Allulose

 

Allulose, auch D-Allulose oder Psicose genannt, ist ein alternatives Süßungsmittel. In China, Japan, Korea und den USA ist es seit 2010 als süßendes Lebensmittel zugelassen.
In Europa wird aktuell geprüft, ob es als „Novel Food“ (neuartiges Lebensmittel) zugelassen werden kann.

Chemische Zusammensetzung von Allulose

Allulose ist ein Einfachzucker (Monosaccharid). In der folgenden Tabelle sind die wichtigsten Merkmale zusammengefasst.

MerkmaleAllulose
Chemische Zusammensetzung Einfachzucker: C-3 Isomer von Fruktose
Süßkraft 60 – 70 % von Saccharose
Brennwert  0,2 kcal/g
Natürliche Quelle/Gewinnung Zuckerrübe/Saccharose wird chemisch modifiziert
Geschätzte Aufnahme aus Lebensmitteln 206 mg/Tag

Vorteile von Allulose als zugelassenes Süßungsmittel

In Anbetracht des deutlich zu hohen Zuckerverzehrs in Deutschland werden Zuckerersatzprodukte erforscht. Es soll überprüft werden, ob sie sich im Rahmen der „Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie für Zucker, Fette und Salz“ als gesunde Alternativen zu herkömmlichem Zucker eignen.
Die wissenschaftliche Überprüfung von D-Allulose wurde vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) im Rahmen eines Verbundprojekts im Zeitraum 2018 – 2021 initiiert.

Vorkommen in Lebensmitteln

Allulose kommt natürlicherweise in sehr kleinen Mengen in Trockenfrüchten wie Feigen und Rosinen vor sowie in der Jackfrucht.

Aufnahme und Stoffwechsel von Allulose

D-Allulose wird im Dünndarm rasch aufgenommen. Der maximale Blutspiegel wird etwa eine Stunde nach Verzehr erreicht. Die Substanz konkurriert im Dünndarm mit Fruktose, Glukose und Sorbit um die Bindung am  Fruktose-Transporter Glut 5. Abhängig von der zeitgleich verzehrten Menge an Fruktose, Glukose und Sorbit kann nur ein Teil der Allulose resorbiert werden. D-Allulose wird im Zellstoffwechsel kaum verändert. Sie gelangt über die Leber in den Blutkreislauf und wird über die Niere in den Urin ausgeschieden.

Nicht im Dünndarm resorbierte Allulose gelangt in den Dickdarm. Das menschliche Mikrobiom verändert D-Allulose kaum. Die Ausscheidung erfolgt über den Stuhl. Menschen, denen größere Mengen D-Allulose als bis zu 0,17 g/kg KGW (das sind ca. 12 g bei 70 kg KGW) verabreicht wurde, schieden innerhalb von 48 Stunden etwa 80 % des Zuckers unverändert über den Urin wieder aus.

Bewertung des Bundesinstituts für Risikobwertung (BfR)

Das Bundesinstitut für Risikobewertung sieht die Hauptproblematik von D-Allulose in der Begünstigung des Wachstums von Klebsiellen, die zu den fünf häufigsten Verursachern von Krankenhausinfektionen (vor allem Sepsis und Lungenentzündung) gehören. Für gesunde Menschen ist eine Besiedlung mit Klebsiellen nicht gefährlich; für immungeschächte Personen besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko, besonders durch Klebsiella pneumoniae.

Die Tabelle zeigt eine Übersicht über die Bewertung des BfR:

Risikoprofil für Allulose des Bundesinstituts für Risikobewertung
Betroffen sind Allgemeinbevölkerung; immungeschwächte Personen
Wahrscheinlichkeit einer BeeinträchtigungMöglich
Aussagekraft der vorliegenden DatenEinige wichtige Daten fehlen oder sind widersprüchlich
Kontrollierbarkeit durch VerbraucherKontrollierbar durch Verzicht

Quelle: modifiziert nach Stellungnahme Nr. 001/2020 des BfR vom 8. Januar 2020

Literatur

⇒ Feigen, Novel-Food-Verordnung, Rosinen, Trockenfrüchte, Zucker