D-Mannose

 

Die D-Mannose ist ein Einfachzucker (Monosaccharid), der chemisch eng verwandt ist mit Traubenzucker (Glukose). Sie wird bei Harnwegsentzündungen eingesetzt, um das Andocken spezieller infektionsauslösender Bakterien im Harntrakt zu verhindern.

Unterscheidung Mannose und Mannit

Der Unterschied zwischen Mannose und Mannit liegt darin, dass Mannit ein Zuckeralkohol ist, Mannose ist dagegen ein Einfachzucker. Mannit wird als Zuckeraustauschstoff verwendet, während Mannose in erster Linie als Wirkstoff bei Harnwegsinfekten eingesetzt wird.

Chemische Zusammensetzung und Eigenschaften

Mannose ist ein weißes Pulver mit süßem Geschmack und ist in Wasser leicht löslich. Im trockenen Zustand können sich Klümpchen bilden. Zugegeben in Wasser lösen sich diese schnell auf. Die Beschreibung im Überblick:

Natürliche Form D-Mannose
Synthetische FormL-Mannose – hat keine Bedeutung
Strukturformel C6 H12 O6 (wie Glukose)
CharkteristikumEpimer (enge Verwandtschaft) der Glukose
Molekulargewicht180,2 g/Mol
Zugehörigkeit/KlassifizierungKohlenhydrate/Aldohexosen


Vorkommen von Mannose

Mannose kommt in Lebensmitteln nicht in freier Form vor wie andere Einfachzucker, z.B. Frucht- oder Traubenzucker. Sie ist in bestimmten Pflanzen wie Guarkern- oder Johannisbrotkernmehl in den Mannanen eingebunden. Dies sind Mehrfachzucker (Polysaccharide), in denen zahlreiche Mannosemolekülen als Bausteine zu Ketten verknüpft sind.  
Mannose ist auch Bestandteil von Glycosiden und Glycoproteinen, die z.B. im Eiklar enthalten sind.

Gewinnung von Mannose

Mannose kann durch die hydrolytische Spaltung von Mannanen gewonnen werden.
Auch durch Umwandlung von D-Glucose, die strukturell eng verwandt ist, kann Mannose erzeugt werden. Als Grundstoff dient in diesem Fall Maisstärke. 

Geschmack und Süßkraft von Mannose

Die Süßkraft von Mannose im Vergleich zum Haushaltszucker liegt bei 59 %. Allerdings wird Mannose üblicherweise nicht als Süßungsmittel verwendet, sondern als Wirkstoff zur Vorbeugung von Harnwegsinfekten eingesetzt.

Wirkung der Mannose

Im Körper gelangt D-Mannose unverändert in den Harntrakt. In der Harnblase verhindert sie das Andocken (Adhäsion) von Bakterien an die oberste Schicht der Harnwegsschleimhaut (Urothel). Die Bakterien vom Typ E.coli können sich mit Hilfe eines Proteins, dem sogenannten FimH, an das Urothel direkt auflegen. Dieses Auflegen der Bakterien verhindert Mannose als FimH-Antagonist (Antagonist = Gegenspieler). Auf diese Weise wird das Eindringen der Bakterien und somit die Infektion verhindert. Eine Studie zeigte, dass die Wirksamkeit ähnlich gut ist wie eine Antibiotikagabe.

Anwendung

Zweimal täglich ca. zwei TL (à 2 g) in Wasser auflösen und einnehmen. Eine Stunde Abstand zu den Mahlzeiten einhalten. Im Ausnahmefall jeweils zwei TL (à 2 g) einnehmen.

Aufbewahrung und Lagerung

Mannosepulver sollte in Behältnissen aufbewahrt werden, die gut verschließbar sind. Optimale Lagerbedingungen sind dunkel, kühl und trocken.

Rechtlicher Status von Mannoseprodukten

Produkte mit Mannose werden sowohl als Arzneimittel als auch als Nahrungsergänzungsmittel oder Medizinprodukt angeboten. Werden sie als Nahrungsergänzungsmittel verkauft, dürfen keinerlei Aussagen über eine evtl. arzneiliche Wirkung (z.B. bei Harnwegsinfekten) getroffen werden. Diese sind nach einem Gerichtsurteil nur bei einem Status als Arzneimittel bzw. Medizinprodukt erlaubt.

Literatur

⇒ Guarkernmehl, Johannisbrotkernmehl, Mannit, Süßstoff, Zucker, Zuckeraustauschstoffe, Zusatzstoffe