Manuka-Honig

 

Manuka-Honig wird in Neuseeland seit 1839 gewonnen, als Bienen von englischen Missionaren in das Land „importiert“ wurden. Pflanzenteile der Südseemyrte, von der der Manuka-Honig stammt, wurden schon vorher von den Ureinwohnern, den Maori, als Heilmittel vor allem zur besseren Wundheilung eingesetzt.

Das Alleinstellungsmerkmal des Manuka-Honigs ist die Substanz Methylglyoxal (= MGO), die von Natur aus nur im Manuka-Honig in größeren Mengen enthalten ist.

Botanischer Name, Herkunft und andere Bezeichnungen

Botanischer Name

Südseemyrte = Leptospermum scoparium(Myrtaceae = Myrtengewächse

MerkmaleStrauch, Baum (bis zu 4m hoch)
Genutzte Pflanzenteile und ErzeugnisseBlätter, Rinder und deren Auszüge; Manuka-Honig und Manukaöl
Bienen, die Manukahonig liefernLigusticabienen
Andere BezeichnungenNeuseelandmyrte
HeimatNeuseeland, Südost-Australien
Bevorzugte WachstumszonenAn Flüssen und in hügeligen Gebieten

Manuka-Honig darf mit der Bezeichnung „rein“ versehen werden, wenn mindestens 51 % der Pollen von Kanuka oder Manuka stammen. Es  ist nicht möglich mittels Pollenanalyse eine Differenzierung in Manuka- oder Kanuka-Honig vorzunehmen. Kanuka-Honig enthält nicht den Wirkstoff Methylglyoxal.

Herstellung und Verwendung

Der Nektar von Leptospermum scoparium wird von einem speziellen Bienenvolk, den Ligustica-Bienen gesammelt. Aus dem im Nektar befindlichen Stoff Dihydroxyaceton entsteht durch Dehydratation das Methylglyoxal.

Inhaltsstoffe von 100 g Manukahonig

Inhaltsstoffe von Manuka-Honig je 100 g

Verwertbare Kohlenhydrate82,1 gBrennwert1401 kJ/335 kcal
Eiweiß0,3 gBallaststoffe-
Wasser17,5 gFett0,1 g
Wirksame Stoffe
Flavonoide, Methylglyoxal (MGO)
Phenolcarbonsäuren
unterschiedliche Mengen; MGO siehe Qualitätsstufen

Der Hauptwirkstoff des Manuka-Honigs, das Methylglyoxal (MGO), wurde von dem Lebensmittelchemiker Prof. Thomas Henle an der technischen Universität Dresden entschlüsselt. Die keimwidrigen Effekte des Honigs wie z.B. die speziellen antibakteriellen Wirkungen gegen Escherichia coli und Staphylococcus aureus oder die unspezifischen antiviralen Wirkungen konnten bis zur Entdeckung des MGO nicht auf einen bestimmten Inhaltsstoff zurückgeführt werden.

Qualitätsstufen von Manuka-Honig

Die keimwidrige Wirkung des Manuka-Honigs ist primär auf den Gehalt an Methylglyoxal (MGO) zurückzuführen. MGO kommt in Konzentrationen von 20 bis 800 mg/kg im Manuka-Honig vor.
Bei einem Gehalt von mehr als ca. 100 mg/kg ist eine „antibakterielle Schwelle“ erreicht, ab der ein bakteriostatischer oder bakterizider Effekt deutlich ausgeprägt ist.
Dieser einzigartige Manuka-Effekt (UMF = Unique Manuka Factor) wurde daher vom neuseeländischen Verband Active Manuka Honey Association Inc. (AMHA) als Warenzeichen offiziell beantragt und ist als eingetragenes Warenzeichen UMF® registriert. Es wird an Lizenznehmer für die jeweiligen Qualitätsstufen von Manuka-Honig vergeben. Die Tabelle zeigt die UMF-Stufen in Verbindung mit dem MGO-Gehalten von Manuka-Honig. Einige Firmen geben auf ihren Produkten anstelle der UMF-Stufe den direkten Gehalt an MGO in mg/kg Honig an.
Da die Nachfrage nach Manuka-Honig sehr groß ist, wurden und werden Honige, die angeblich Manuka-Honige sind, angeboten. Folgende betrügerische Methoden werden angewandt, bzw. in minderwertiger Qualität produziert:

Um als Verbraucher sicher zu gehen, sollten nur Manuka-Honige gekauft werden, die eine anerkannte Zertifizierung tragen; erkennbar am UMF-Faktor bzw. den MGO-Gehalten.

Zusammenhang von UMF und MGO-Gehalt
Unique Manuka Factor (= UMF)MGO-Gehalt
10100 mg/kg
15250 mg/kg
20400 mg/kg
25550 mg/kg

Bedeutung für die menschliche Ernährung

Manuka-Honig hat in der Ernährung die gleiche Bedeutung wie andere Honigsorten. (⇒ Honig)
Da Honig rund 80 % Zucker enthält, wirkt er osmotisch (Wasser anziehend) und kann so antibakterielle Wirkungen erzielen. Auch das Enzym Glucoseoxidase im Honig erzeugt einen keimwidrigen Effekt, da es die Bildung von Wasserstoffperoxid (H2O2) katalysiert. Diese „desinfizierenden“ Wirkungen des Honigs werden traditionell in der „Apitherapie“ hervorgehoben.  Die Apitherapie ist ein Zweig der Naturheilkunde, der sich mit der Heilwirkung von Bienenprodukten beschäftigt.
Die über diese herkömmlichen Effekte des Honigs hinausgehende stark ausgeprägte keimwidrige Wirkung des Manuka-Honigs ist auf die Substanz MGO zurückzuführen. Diese Wirkung wird auch als „nicht peroxidischer Effekt“ bezeichnet.
Problematisch ist es, Aussagen wie „keimhemmend“ oder „bakterizid“ als Produktauszeichnung bzw. in der Werbung auszuloben. Solche Wirkungen sind Arzneimitteln bzw. Medizinprodukten vorbehalten. Für Lebensmittel dürfen mit Ausnahme von bestimmten gesundheitsbezogenen Aussagen (Health Claims) keine arzneilichen Aussagen getroffen werden.

Manuka in der Pflanzenheilkunde

Für den Manuka-Honig werden Anwendungsgebiete genannt, die naturheilkundlich und in der Erfahrungsmedizin erprobt und daher empfohlen werden. Auch klinische Studien zur Wirkung des Manuka-Honigs wurden gemacht. So wurde der aus Manuka hergestellte sogenannte „Medihoney“ in der Kinderklink der Rheinischen Friedrich Wilhelms Universität in Bonn zur Wundheilung eingesetzt. Auch in einer diabetologischen Klinik in Berlin wurden gute Erfahrungen  bei der Therapie des diabetischen Fußsyndroms gemacht. Die Tabelle gibt eine Übersicht über die Anwendungen, bei denen Manuka-Honig hilfreich sein kann:

Literatur

⇒ Diabetes, Health Claims, Honig, Manukaöl